Wie ich im Eintrag über das „Royal
McGregor" schon erwähnte, trafen wir auf dieser Reise erstmals auf
den heißen Edward. Ein köstlicher und herzerwärmender Begleiter,
der uns nie im Stich ließ, wenn wir in einen der diversen Pubs in
Scotts „own romantic town" einkehrten.
Im Gegensatz zu
den Angestellten der Pubs - die hatten nämlich, jeder auf seine
Weise, ihre Einkaufsliste nur nachlässig gepflegt. So war zwar in
jedem Pub das „Hot" vertreten, doch einmal trafen wir auf
„Teddy", dann gab es „Tddy" und „Todd" war natürlich
auch vertreten.
Aber von vorn.
Unsere erste Begegnung mit Toddy hatten wir im „Royal McGregors", wo wir uns am wirklichen, am echten „Hot Toddy" erfreuen durften. Er gewann uns durch die warme, aber nicht zu heiße Temperatur, seine whiskygoldene Farbe, milde Honigsüße und eine erfrischende Zitronenscheibe, die von fünf Gewürznelken geziert im Glas schwamm. Fünf Nelken - genau richtig. Die Zahl gibt Toddy genau die richtige Würze, weder sind sie zu aufdringlich noch zu zurückhaltend.
Begeistert von dieser Begegnung,
hielten wir in allen weiteren Pubs Ausschau nach unserem new best
friend.
So auch im „Jolly Judge", wo wir ihn unverändert
antrafen. Was tat es gut, sich nach dem schneidend kalten Wind und
Regenschauern auf der Royal Mile in den Keller des Richters zu setzen
und die Zeit mit Toddy zu genießen!
Doch - my goodness! - unser nächstes Zusammentreffen erschreckte uns sehr. Der arme Toddy, obwohl nur ein paar hundert Yards und einen Tag von unserem letzten Zusammentreffen entfernt, wurde in der „Tolbooth Tavern" des Honigs und ein anderes Mal sogar zusätzlich der Nelken beraubt. So blieb nur noch „Tddy" übrig. Beim ersten Besuch wollten sie uns anstelle unseres honigmilden „Toddys" einen zuckersüßen „Teddy" andrehen. Nun ja, unser alter Freund wäre uns lieber gewesen, da half auch der besänftigende Schuß Whisky extra nicht. Doch was blieb uns übrig...
In der georgianischen „New Town" begegneten wir Edward auch zwei Mal. Aber wir bemerkten gleich, daß Toddy in einer Brauerei einfach nicht heimisch ist. Dort trafen wir ihn wieder zuckersüß an und zwei Nelken hatte er unterwegs auch verloren. Die Zitrone - well, die kam hier aus der Flasche...
Ein letztes Zusammentreffen mit good old Toddy gab es im „Bad Ass", wo wir nach der Wanderung von unserem Vorstadt-B&B in die Innenstadt Wärme suchend einkehrten. Um die Mittagszeit nahm man dort unser Gesuch mit folgenden Worten auf: „Oh my goodness, you really must be cold, are'nt you?!" Auch hier trafen wir nur „Teddy" an, der honey sei gerade ausgegangen, der käme erst am Nachmittag wieder rein. Immerhin...
Zurück in der Heimat überfiel uns rasch die Sehnsucht nach dem lieb gewonnenen Gefährten, so daß wir uns auf die Suche nach „T", nach „o" , nach „d" und „d" und zu guter Letzt auch dem „y" begaben. Schon bald blickten wir auf ein erfolgreiches Wiedersehen und genossen noch so manchen Abend mit unserem lieben, guten, echten Hot Toddy.
